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Expert*innen und Meinungen

Diese Zusammenstellung ist bei Weitem nicht vollständig. Dafür bietet sie eine gute Darstellung, wie weit sich die Realität in den meisten unserer "Lehranstalten" von dem entfernt befindet, was die moderne Wissenschaft ermittelt und was sich in einigen wenigen "Inseln des guten Lernens" bereits etabliert hat.





Dr. phil. Nils Altner

Dr. Nils Altner berichtet von seinem ungewöhnlichen Forschungsprojekt Achtsamkeit an Solinger Schulen im Jahr 2016.

In dem Modellprojekt GIK (Gesundheit, Integration, Konzentration, Achtsamkeit in der Schule) geht es um etwas Außergewöhnliches: Wir wollten Achtsamkeit in den Grundschulen einer ganzen Stadt stärken. Und haben dies in Zusammenarbeit mit dem Schulamt sowie dem Landesbildungsministerium und dem Landesgesundheitsministerium in Düsseldorf erreicht.

Aus dieser geteilten Erfahrung ist eine Blitzlicht-Runde entstanden, wo alle Kinder erzählt haben, wie es ihnen selbst gerade geht. Sie sagte, es habe in der Klasse noch nie ein Gefühl solcher Verbundenheit gegeben wie in diesem Moment. Seit dem startet die Klasse jeden Montag mit so einer Runde in den Unterricht.

Eine andere Kollegin beginnt jeden Tag mit einer Runde ohne zu sprechen. Die Kinder sitzen im Kreis und geben ein Glas mit einem Teelicht herum: Ein Kind entzündet das Teelicht, schaut dem nächsten in die Augen und gibt ihm das Licht z.B. mit den Worten: „Guten Morgen, schön, dass du da bist.“ So wird das Teelicht einmal im Kreis weitergereicht.

Eine weitere Lehrerin hat einen Gong in die Klasse gehängt. Jeder, ob Lehrerin oder Schüler, darf den Gong schlagen, wenn es ihm zu laut wird. Dann halten alle für kurze Zeit inne.

Kinder gewöhnen sich schnell an Achtsamkeitselemente, ja sie fordern sie sogar ein, wenn einmal eine Vertretung den Unterricht übernimmt. Selbst wenn z.B. der Schulleiter die Lehrerin vertritt, meldet sich ein Kind und sagt: „Wir fangen jetzt eigentlich immer mit einer Stille-Phase an.“

Achtsamkeit kann helfen, Mini-Auszeiten zu nehmen, eine wertschätzende und fürsorgliche Atmosphäre im Klassenzimmer zu schaffen und mehr Mitgefühl und Verständnis im Lehrerkollegium. So können wir die Qualitäten in den Menschen stärken, die die Schulkultur gesünder, menschenfreundlicher und lernfördernder werden lassen.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass Achtsamkeitsinterventionen nicht für jede Person zu jedem Zeitpunkt passen. Manchmal stehen andere Themen im Vordergrund, und es ist nicht die Zeit, nach innen zu gehen. Aber wo es Interesse gibt, hat Achtsamkeit eine transformative Kraft.

Insofern hat Achtsamkeit mein Leben bereichert: Ich war immer neugierig, schon als Kind. Was mich interessiert hat, sind die Zwischenräume, nicht die Oberflächen. Ich mag es, die Resonanz der Erscheinungen in mir wahrzunehmen. Das Achtsamsein hat mir ermöglicht, diese Qualität zu erhalten und zu kultivieren. Und ich kann dies mitten in der Welt tun und Menschen inspirieren, die dazu auch Lust haben.

Ich praktiziere Achtsamkeit in der Familie: Achtsamsein hat bei uns einen festen Platz. Meine Frau und ich nehmen uns abends 20 bis 30 Minuten Zeit, um gemeinsam in Stille zu sitzen. Und wir tauschen uns auch über unsere Erfahrungen damit aus. Dadurch vertieft sich unsere Beziehung immer mehr.

Mein Sohn ist neun Jahre alt. Abends vor dem Einschlafen mache ich mit ihm einen kurzen Bodyscan – eine Minute den Körper spüren vom Kopf bis zu den Zehen. Das bringt ihn zu sich und in die Ruhe. Und wenn ich es mal vergesse, dann erinnert er mich daran.

Es ist ein Wunder, dass wir Kinder und Erwachsene hier auf der lebendigen Erde gemeinsam leben und wachsen. Wenn wir achtsam sind, können wir dieses Wunder spüren und dafür sorgen, dass es erhalten bleibt.



Dr. phil. Nils Altner ist Bildungs- und Gesundheitswissenschaftler u.a. an der Universität Duisburg-Essen. Er forscht, unterrichtet und publiziert zu den Schwerpunkten Achtsamkeit und Gesundheit, freudvolles Lernen, Prävention und Gesundheitsförderung bei Kindern und Erwachsenen in Kindergarten, Schule, Therapie und in der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Autor mehrerer Bücher: Achtsamkeit im Kindergarten. Wie das Miteinander gelingt. Beltz Verlag, 2012. Rieche das Feuer, spüre den Wind. Wie Achtsamsein in der Natur uns und die lebendige Welt stärkt. Essen: KVC Verlag, 2016




Horst Költze, Bildungsschriftsteller

Der EVOLUTIONS-GEIST

 

transformiert

 

das BILDUNGS-BEWUSSTSEIN

 

 

Der Evolutions-Geist bewirkt im integralen Bewusstseins-Zeitalter eine fundamentale Transformation des Bildungs-Bewusstseins.

Das bedeutet:

Der Algorithmus der Geisteshaltung, der bisher das Bildungs-Bewusstsein prägt, wird mit substantiell höherwertiger Geistesqualität ausgestattet.

 

Der Bildungs-Algorithmus des zu Ende gehenden mentalen Bewusstseins-Zeitalters ist von patriarchalisch-dominanter Geistesqualität.

Dieser Bildungs-Algorithmus wirkt seit zweieinhalb Jahrtausenden, seit dem antiken Griechentum.

Die antike griechische Kultur wertete die Weiblichkeit in allen Lebensbereichen ab. Denn Weiblichkeit galt als „natürlicher Mangelzustand“ (Aristoteles). Plato diskriminierte die Weiblichkeit, indem er keine Mädchen in seine Akademie aufnahm, in sein Gymnásion.

 

In der ersten Phase der Transformation wird die Bildungs-Qualität des patriarchalisch-dominanten Algorithmus´ des mentalen Bewusstseins-Zeitalters entlarvt.

 

Die Wirkung des patriarchalisch-dominanten Bildungs-Algorithmus´ ist an folgenden Merkmalen erkennbar:

Der patriarchalisch-dominante Bildungs-Algorithmus bewirkt

-           konkurrenzorientiertes Lernen,

-           separate Schulung des kognitiven Potenzials,

-           Ignorierung des Herzgehirns,

-           Fixierung auf männliche Denkmuster,

-           Konditionierung auf Funktionärsverhalten.

 

 

 

Eine Phänomen-Analyse der Wirkungen ergibt folgende Fakten:

1)      Fundament der patriarchalisch-dominanten Bildung sind FACH-Anforderungen der Bildungsministerien und länderübergreifende Fächerstandards, die von der Kultusministerkonferenz als Bildungsstandards etikettiert sind.

      Fundament ist nicht das Schüler-Gehirn, die anthropologisch-organische

      Basis des Lernprozesses.

2)      Ziel sind Spitzenwerte in der konkurrenzorientierten internationalen PISA-Studie, die Wolfram Meyerhöfer als „Menschenmesserideologie“ brandmarkt, und besonders auch Spitzenwerte in nationalen Schulrankings.

Für solche scheinbar objektiven statistischen Werte werden Kinder und Jugendliche mit einem Stress auslösenden Zensurensystem auf extrinsisches Lernverhalten konditioniert und zu Lernarbeitern mit einem Zehnstunden-Tag entwürdigt.

3)      Durch Fokussierung auf kognitive Lernleistung wird das

noch nicht ausgereifte Gehirn der Mädchen und Jungen während ihres

     Wachstums auf die linke Hemisphäre reduziert. Das Potenzial der

     rechten Hemisphäre, die Herzintelligenz FemmeQ, wird während

     mindestens zehnjähriger Schulzeit abgespalten.

4)      Lernergebnisse werden im Rahmen eines von Angst besetzten Lernklimas nur im Kurzzeitgedächtnis gespeichert.

5)      Die vom patriarchalischen Geist dominierte Schule entlässt den jungen Menschen, der im Sinne des ökonomistischen Zeitgeistes funktionieren soll, orientierungslos als „Derivat-Selbst“ (Karen Gloy).

 

Die zweite Phase der Transformation des Bildungs-Bewusstseins vollzieht sich durch einen integralen Algorithmus aus weiblichem und männlichem Prinzip.

 

Die Wirkung weiblich-kooperativer Geisteshaltung ist an folgenden Merkmalen erkennbar:

Weiblich-kooperativer Bildungs-Algorithmus bewirkt

-           kooperatives Lernverhalten,

-           Entwicklung des kognitiven und des emotionalen Potenzials,

-           Aktivierung des Kopf- und Herzgehirns,

-           Integration weiblicher und männlicher Denkmuster,

-           Förderung der SELBST-Werdung.

 

Eine Phänomen-Analyse der Wirkungen ergibt folgende Fakten:

1)                   Fundament des Bildungsprozesses ist das SELBST des Kindes als anthropologische Basis und nicht die Summe verordneter FACHanforderungen.

2)                   Ziel des Bildungsprozesses ist SELBST-Werdung und nicht Employability.

3)                   Das Curriculum ist der junge Mensch selbst mit seinem eigenen Potenzial und nicht die von den Interessen der alten Generation gesteuerten Fachanforderungen.

4)                   Der Bildungsprozess vollzieht sich nach der Interessenlage und dem Neugierverhalten der/des Lernenden in einem angstfreien Lernklima und in interaktioneller Kooperation zwischen den Lernenden untereinander und mit  der Lehrerin/des Lehrers als Lernbegleiter.

5)                   Die Schule entlässt den jungen Menschen als ein sich seines SELBST bewussten Individuums.

 

FAZIT:

Im integralen Bewusstseinszeitalter verläuft der Bildungsprozess in Gestalt eines Kontinuums zwischen dem SELBST als Fundament, der SELBST-Werdung als Prozess und dem entwicklungsoffenen SELBST als Ziel.

In solchem Bildungsprozess wirken die selbst-kompetenten „neuen Kinder“ bei der Entwicklung ihres ureigensten Potenzials selbstbestimmt mit.

 

Der Bildungs-Algorithmus des integralen Bewusstseins-Zeitalters bewirkt menschenwürdige Bildung als  „Selbstevolution“ (Andreas Koch).

 

Die Botschaft des Evolutions-Geistes zur Transformation des Bildungs-Bewusstseins lautet:

 

Das weibliche Prinzip

mit der Herzintelligenz FemmeQ

in die Schule!

 

 

Horst Költze, Bildungsschriftsteller
www.horstköltze.de




Sabine Lafloer-Schwarz

Für eine nachhaltige Schulentwicklung und damit für eine zukunftsfähige Bildungsarbeit in Schulen sind drei Aspekte zentral, die bereits in der Lehrer/innen-Ausbildung angelegt werden müssen:

  • Verlässlichkeit, damit ist zum einen ein verlässlicher ritualisierte Schulalltag gemeint, der Schülerinnen und Schülern, Eltern und allen in der Schule Beschäftigten einen klaren Rahmen für die Bildungsarbeit liefert. Zum zweiten auf der Systemebene ein sorgsames und wertschätzendes Change-Management. Schulen werden in den letzten Jahren ständig mit neuen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert, die sie alleine bewältigen müssen beziehungsweise bei denen Handlungstools zu allgemein mitgegeben werden. Zum dritten verlässliche Beziehungen zwischen Lehrer/innen und Schüler/innen, da der Bildungserfolg maßgeblich von verlässlichen Beziehungen zum Lehrpersonal abhängt.

  • Multiprofessionelle Teams, damit in Schulen der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler angemessen begegnet werden kann. Über Diversität in Schule muss hoffentlich nicht mehr diskutiert werden. In allen Schulen sollte angekommen sein, dass Migrations-, Gender- und Begabungaspekte Einfluss auf Lern- und Leistungsprozesse haben. Die enge Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams (bestehend aus Lehrer/innen, Schulsozialarbeit, Schulseelsorge, Beratungslehrer/innen, Sonderpädagog/innen, Integrationshelfer/innen, Senior-Partner/innen und Ehrenamtler/innen) hilft der individuellen Förderung und damit das in den Blick nehmen des/ der Einzelnen gerecht zu werden.

  • Transparenz, damit alle am Bildungsprozess Beteiligten um Wege, Ziele und Perspektiven wissen und gemeinsam daran arbeiten, dass Schülerinnen und Schüler den individuell bestmöglichen Schulabschluss erreichen.

Um diesen Aspekten schon in der Ausbildung der Lehrer/innen gerecht zu werden, schulen wir in der Lehrausbildung regelmäßig unser Personal (Fachleitungen und Kernseminarleitungen) in Bezug auf die aktuellen Herausforderungen in Schule, wie z.B. Inklusion, sprachsensibler Fachunterricht, Unterricht mit neuen Medien, Medienkompetenzrahmen etc.

Sabine Lafloer-Schwarz
Seminardirektorin
ZfsL Essen




Prof. Dr. Benjamin Rott

Dass unser Bildungssystem vor größeren Schwierigkeiten steht, zeigt sich immer wieder: Ganz abgesehen von der aktuellen Flüchtlings- und Migrationsthematik hängt der Bildungserfolg in Deutschland seit vielen Jahren vom Sozialstatus des Elternhauses ab und das Niveau des Abiturs sinkt, wenn politisch gewollt große Anteile eines Jahrgangs zumindest auf dem Papier die Hochschulreife erlangen sollen. Um diese und weitere Probleme erfolgreich anzugehen, bedarf es mutiger Reformen. Bewegungen wie die Aktion gute Schule oder die Einrichtung eines nationalen Bildungsrats können helfen, entsprechende Reformen voranzutreiben.

Prof. Dr. Benjamin Rott ist Professor für Mathematik und ihre Didaktik an der Universität zu Köln




Dr. Felix Winter

Viele Schulen machen durchaus gute Arbeit, aber es reicht nicht. Sie müssen sich weiterentwickeln und brauchen mehr Unterstützung, damit alle Kinder und Jugendlichen optimale Entwicklungschancen erhalten. Ich selbst beschäftige mich seit vielen Jahren mit der Reform der Leistungsbeurteilung, denn die braucht es, wenn man eine moderne Lernkultur etablieren will. Eine, die den Schülern mehr individuelles und interessengeleitetes Lernen ermöglicht, anstatt sie hauptsächlich zu belehren. Und dabei sollten die Schülerinnen und Schüler nicht mehr ständig gegeneinander eingestuft werden. Viel wirkungsvoller ist es, wenn man mit ihnen schon im Prozess offen über das spricht, was gelungen ist und was noch nicht – sowie anschließend: Was sind die nächsten Schritte für dich? Diese formative Leistungsbeurteilung (dieses „assessment for learning“) hat sich als sehr förderlich erwiesen.

Ein zweiter wirkungsvoller Punkt ist eine gute Zusammenarbeit von Lehrern, Schülern und Eltern. Sie sollten lernen, inhaltlich-zahlenfrei und konstruktiv über die Entwicklung der Kinder und der Schule zu sprechen. In vielen Schulen gibt es heute bereits solche Lernentwicklungsgespräche mit den oben genannten Personengruppen. Aber meist haben die Beteiligten nicht genügend Zeit dafür, weil die Gespräche als Unterrichtsausfall gewertet werden. Diesbezüglich haben die Schulen noch viel zu lernen. Und es braucht auch geeignete Instrumente für den Lern- und Leistungsdialog. Eines, mit dem ich mich seit langem befasse, ist das Portfolio. Darin sind keine Noten aufbewahrt sondern ausgewählte Arbeiten der Lernenden. Anhand dieser Dokumentation können sich die Eltern endlich inhaltlich für das interessieren, was ihre Kinder in der Schule erarbeitet haben und müssen nicht nur fragen: Welche Note hast du denn erreicht? Es gibt also viele gute Möglichkeiten, die Schulen gut und besser zu machen. Sie brauchen dafür zweifellos mehr Geld, aber auch gute Konzepte und Gedanken sowie die Mithilfe aller.

Dr. Felix Winter ist Psychologe und Erziehungswissenschaftler und berät Schulen, die neue Formen der Leistungsbeurteilung einführen.


Buchempfehlung

Lerndialog statt Noten
Neue Formen der Leistungsbeurteilung

Noten sind umstritten, unter anderem, weil sie nicht den objektiven Leistungsstand von Schüler_innen widerspiegeln, sondern nur die Rangfolge innerhalb der Klasse. Oft fehlen einheitliche Standards, und auch die soziale Herkunft wirkt sich auf die Schulnote aus. Deshalb haben viele Länder inzwischen alternative Beurteilungsformen eingeführt.

Dieses Buch stellt neue Formen der Leistungsbeurteilung vor, die im englischsprachigen Raum unter dem Begriff »assessment for learning« bekannt geworden sind. Jenseits der klassischen Notenvergabe präsentiert der Autor verschiedene Modelle zur Überprüfung und Bewertung, die tiefer an den Fähigkeiten der Schüler_innen ansetzen und deren Lernen durch eine differenziertere Rückmeldung fördern. Dazu gehören beispielsweise Portfolios, Beurteilungsraster, Selbstbewertung, Textzeugnisse und Lernentwicklungsgespräche. Die Leistungsbeurteilung wird in einen didaktisch-methodischen Kontext gestellt, der gerade vor dem Hintergrund der Kompetenzdebatte an Bedeutung gewinnt.





Prof. Helmut Heid

Solange es einen gesellschaftlichen Bedarf an (sozialer) Ungleichheit gibt, muss befürchtet und festgestellt werden, dass Schulen wesentlich zur Realisierung und (fast noch "schlimmer":) zur Legitimierung des Gegenteils dessen beitragen, was sie programmatisch bezwecken. Die These, dass, wie und warum sogar die wichtigsten Vorschläge und Maßnahmen zur Gewährleistung von (mehr) Bildungsgerechtigkeit (das Leistungsprinzip, die Forderung nach Chancengleichheit und das Postulat einer begabungsgerechten Förderung aller Lernenden) unter den gegebenen sozioökonomischen Bedingungen ihrer Geltung und Realisierung zur Reproduktion und Rechtfertigung sozialer Ungleichheit beitragen, diesen Prozess sogar noch perfektionieren, das habe ich in mehreren (leicht zugänglichen) Artikeln zur Diskussion.

Wer über die Gestaltung einer "guten Schule" nachdenkt und dafür arbeitet, solle den hier extrem knapp skizzierten (Voraussetzungs-) Fragen nicht ausweichen. Eine Schule ist wohl kaum besser als die Gesellschaft in der sie "erfolgreich" funktioniert.

Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Heid ist ein deutscher Pädagoge Er befasst sich vor allem mit den Bereichen der Wissenschaftstheorie der Pädagogik, der Begabungsforschung, dem Verhältnis von Bildungs- und Beschäftigungssysstem. Des Weiteren setzt er sich auch mit bildungspolitischen Maximen und Programmen auseinander.





Detlef Träbert

Als ich Lehrer wurde, wollte ich gute Schule machen. Doch an der Hauptschule erlebte ich mehrfach Jugendliche, die aufgaben, weil sie keine Zukunftschancen für sich sahen. An der Grundschule begegneten mir Kinder, die bei einer 1-2 im Aufsatz weinten, weil sie keine 1 erreicht hatten. Und im Kollegenkreis war ein Drittel engagiert, ein Drittel gleichgültig und ein Drittel ausgebrannt.

Dann stieß ich auf die Aktion Humane Schule e.V. (www.humaneschule.de) und engagierte mich - das gab Ärger mit der Schulaufsicht. Trotzdem, das ist meine Lebenserfahrung, bewegt sich nur etwas, wenn wir uns selbst bewegen. Jede Äußerung, jede Aktion gibt Anstöße - die Kinder brauchen aktive Erwachsene!

Detlef Träbert), Dipl.-Päd., Beratungslehrer, seit 1996 selbstständig als Autor, Vortragsreferent, Fortbildner. Bundesvorsitzender der Aktion Humane Schule e.V. (2000-2012), seit 2016 Ehrenvorsitzender des Verbands.




Prof. Dr. Michael Hartmann

Prof. Dr. Michael Hartmann Aktion gute Schule Lange Jahrzehnte bestand das zentrale Problem der Bildungspolitik darin, einer größeren Zahl an Jugendlichen den Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen. Die niedrigen Quoten von Abiturienten und Hochschulanfängern prägten die Debatte. Seit einem guten Jahrzehnt hat sich das meines Erachtens geändert. Die Prozentsätze von Studienberechtigten und Studienanfängern haben neue Höchststände erreicht.

Obwohl es dabei immer noch eine gravierende soziale Schieflage gibt, besteht für mich heute die größte Herausforderung aber darin, zu verhindern, dass ungefähr ein Sechstel jedes Jahrgangs völlig abgehängt wird. Der Blick muss heute nach unten statt nach oben gerichtet werden und die Schulen müssen dementsprechend ausgestattet werden. Das Beispiel der Rütli-Schule in Berlin zeigt, was man in dieser Beziehung mit mehr Geld, Personal und Engagement erreichen kann.

Prof. Dr. Michael Hartmann ist ein deutscher Soziologe. Er war bis 2014 Professor für Soziologie mit den Schwerpunkten Elitesoziologie, Industrie- und Betriebssoziologie sowie Organisationssoziologie an der Technischen Universität Darmstadt. (Wikipedia)



Prof. Dr. Hans Brügelmann „Mit zehn Jahren werden Kinder nur in 18 Ländern dieser Welt auf verschiedene Schulformen aufgeteilt – 16 davon liegen in Deutschland. Auch unsere Quoten für die Überweisung auf Sonder-/ Förderschulen und für die Nicht-Versetzung („Sitzenbleiben“) liegen deutlich über dem Durchschnitt. Dabei sind leistungshomogene Gruppen eine Illusion – und nicht leistungsförderlich. Dasselbe gilt für Ziffernnoten. Sie orientieren sich am Altersdurchschnitt, obwohl die NORMALE Leistungsstreuung von gesunden Kindern gleichen Alters schon am Schulanfang drei bis vier Entwicklungsjahren entspricht.

Darum brauchen wir Schulen, in denen Kinder länger gemeinsam lernen dürfen – und gleichzeitig Raum bekommen, individuell ihren nächsten Schritt auf die in den Abschlüssen definierten Anforderungen gehen zu können. Diese Position haben wir beim Grundschulverband pädagogisch begründet (vgl. unsere „Standpunkte“) und didaktisch-methodisch in konkrete Hilfen übersetzt (vgl. die Materialien zur „Pädagogischen Leistungskultur“).

Auszug aus seinen Tätigkeitsschwerpunkten: Professor für Grundschulpädagogik und -didaktik an den Universitäten Bremen (1980-1993) und Siegen (1993-2012), Gründer verschiedener Lernwerkstätten (seit 1987), Präsident der Deutsche Gesellschaft für Lesen und Schreiben“ (1985), Sprecher des Verbunds der Reformschulen „Blick über den Zaun“ (2008-2012), Fachreferent für Qualitätsentwicklung beim Grundschulverband (seit 2002)






Karin Doberer

Karin Doberer Aktion gute Schule (Inhaberin von LernLandSchaft) "Ein Schulneubau oder eine Generalsanierung unter Berücksichtigung einer „päd. Architektur“ bzw. „offenen LernLandSchaften“ bedeutet im Vergleich zum konventionellen Schulbau in Form einer „Flurschule“ keine bzw. nur unwesentliche Mehrkosten."

In dieser Ausarbeitung schreibt Frau Doberer über Möglichkeiten der Einrichtung von Lernlandschaften.
Dieser Unternehmensfilm gibt einen schönen Einblick, was möglich ist.






Agnes Maria Forsthofer (Linkshänder e.V.) Wir dürfen uns nicht einreden lassen, dass das mit den Linkshändern heute vom Tisch wäre. Im Gegenteil. Auch heute noch ist in einer 5jährigen Ausbildung von Erzieherinnen das Thema Linkshändigkeit bei Kindern kaum enthalten. Unsere Gesellschaft will auch in 2014 nicht erkennen, dass Kleinkinder kein Individuum sein möchten, sondern genau so wie die Umgebung drumherum. Und die sind dann alle Rechtshänder.

Gäbe es - weltweit - einen Früherkennungstest, der auch wirklich Bestand hat, könnten wir sehen, dass die Annahme der heutigen Gehirnwissenschaft richtig ist: wir kommen 50:50 zur Welt. Welch immenses Potential geht uns da verloren. Nicht nur, dass Linkshänder anders schreiben. Wir denken auch anders. Gehen Probleme ganzheitlich denkender, kreativer und sozialer an. Lesen anfangs langsamer, schreiben oft bis ins hohe Alter in Spiegelschrift. Erzählen blumiger. Benötigen andere Scheren, Dosenöffner, Spitzer und, eben auch ein Linkshänder-Lineal mit der 0 rechts.

Auch Linkshänder haben Rechte ! Und diese sollten endlich erkannt und umgesetzt werden. Vielleicht ist eben dann genau ihr kleines Linkshänderkind der Weltverbesserer von morgen. Welch geniale Aussicht für unsere schöne Welt.

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Magda von Garrel

Es kann doch nicht sein, dass Magda von Garrel Aktion gute Schule Aber genau so ist es! Schlimmer noch: Ungeachtet des Inklusionsgebotes deuten alle Anzeichen auf eine Forcierung der in der Schule vorgenommenen geistigen und seelischen Vergewaltigung von Kindern hin. Deshalb muss es meines Erachtens über die "Abstimmung mit den Füßen" hinaus zu einer so mächtigen Gegenbewegung kommen, dass deren Existenz nicht länger ignoriert werden kann.

Magda von Garrel ist Sonderpädagogin (Fachbereiche: Sprachbehinderungen und Verhaltensstörungen) sowie Diplom-Politologin. Sie war als Integrationslehrerin an Grund-, Haupt-, Sonder- und Berufsschulen tätig.

Hier finden Sie ihre Positionierung zu einer Kinderfreundlichen Bildung, ein Plädoyer für eine Befreiung aller Schüler von seelischen und geistigen Konditionierungen.
..eine sehr lesenswerte Beleuchtung der Situation in unseren Schulen mit daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen.

Magda von Garrel zu Armut und Radikalisierung






Roland Grüttner

Zitatensammlung Schulstruktur nennt Roland Grüttner sein umfangreiches Werk, in dem er es schafft unser Bildungssystem aus kaum zählbaren Perspektiven zu beleuchten. Die Einschätzungen und Bewertungen namhafter BildungsspezialistInnen, die er in seinem über 70 Seiten umfassenden Werk zu Wort kommen lässt, ist für jeden bildungsinteressierten Menschen unbedingt lesenswert.

Der Autor schreibt über seine Sammlung: Von einer unvermeidbaren Reform: Etwa 400 unkommentierte Zitate aus 70 Quellen belegen die systemischen Irrtümer, die unser stark gegliedertes Schulsystem tragen, und die strukturellen Ungleichheiten, die es erzeugt oder verstärkt."

Ein Beispiel: Das Bildungssystem, wie es derzeit strukturiert ist, eröffnet kaum Chancen, unterschiedliche Startbedingungen auszugleichen, es zementiert soziale Ungleichheit. Statt die Kinder schon nach der Grundschule zu sortieren, wäre es besser, sie länger zu stützen. (Prof. Jutta Allmendinger, deutsche Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, 2012)

Hier finden Sie die Zitatensammlung

Roland Grüttner ist Rektor einer Montessorischule und unterstützt als Schulentwickler Gemeinden in Bayern, die sich auf den Weg machen, einen Schulversuch als Gemeinschaftsschule zu beantragen.

Denkendorf/Kipfenberg (Obb):http://www.bildung-am-limes.de
Arzberg (Ofr): http://www.Gemeinschaftsschule-arzberg.de
Donaustauf (Opf): http://donaustauf-macht-schule.de
Buch a.Erlbach und Eching/Ast (Ndb): http://www.igg-ast-buch.de







Otto Herz

Otto Herz Aktion gute Schule Es gibt keinen einzigen Grund, Kinder im - viel zu - frühen Alter von 10 oder 12 Jahren auf ungleichwertige Schulformen aufzuteilen - als den:

Kinder und Jugendliche, ihre Eltern und ihre Familien in ihren Bildungsmöglichkeiten zu behindern, gesellschaftliche Benachteiligungen weiterhin zu verfestigen und die Gesellschaft von früh an und dauerhaft spalten zu wollen.

Es gibt aber statt dessen jeden GUTEN GRUND dafür,

dass Kinder und Jugendliche gemeinsam in EINER Schule für ALLE, in EINER Schule der VIELFALT in der GEMEINSAMKEIT aufwachsen; aufwachsen bis zum Ende der Sekundarstufe I, weil sie dann - und nirgendwo besser! - das für unser Überleben entscheidende ZUSAMMEN-LEBEN ALLER MIT ALLEN lernen können.

In der EINEN SCHULE für ALLE, in der Schule der VIELFALT in der GEMEINSAMKEIT gilt es, die je individuellen Stärken sensibel wahr-zu-nehmen, sie zu achten, sie wert-zu-schätzen, sie auf- und aus-zubauen; die Stärken werden also - zuallererst und immerzu - gestärkt: kooperativ statt konfrontativ, inklusiv statt exklusiv; und die je individuellen Schwächen werden - so weit wie möglich - sanktionslos und ohne Diskriminierung - geschwächt.

© www.otto-herz.de
Aus meiner „Rede aus gegebenem Anlass“ bei „Ein Grund zum Feiern! 40 Jahre Gesamtschule in NRW“.
Samstag, 23. Januar 2010, Jahrhunderthaus Bochum.







Prof. Dr. phil. Stephan Höyng » Meine Beobachtungen des aktuellen Schulsystems und der aktuellen Diskussion darüber bescheren mir den Eindruck, dass es vieles zu verbessern gibt. Die Lern- und Lehrkultur bedarf an etlichen Stellen der Überarbeitung. Soziale Themen und weniger formelle Formen des Lernens werden immer wichtiger. Unser Schulsystem, das immer noch viele Komponenten aus dem Industriezeitalter hat, kann für das digitale Zeitalter nicht optimal vorbereiten.

Warum messen wir uns nicht an den hervorragenden Ergebnissen einiger unserer Nachbarländer? Es gibt so viele gute Beispiele, die wir eigentlich nur folgen müssten. Schließlich muss das Rad ja nicht neu erfunden werden. «

Auszug aus seinen Tätigkeitsschwerpunkten: Lehrer an der Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, Schwerpunkte: Männlichkeit - Vereinbarkeit von Beruf und privatem Leben - Männer in Kindertagesstätten, Mitglied im Bildungsnetz Berlin, und DISSENS e.V.






Prof. Dr. Klaus Klemm » Das zergliederte deutsche Bildungssystem verharrt nach wie vor in seiner Funktion, Bildungs- und damit Lebenschancen ungleich zu verteilen. Auch heute noch verweigert es sich seinem im Grundgesetz formulierten Auftrag, niemanden aufgrund seiner Herkunft zu benachteiligen. Das ist gesellschaftlich skandalös und angesichts der demographischen Verknappung, die in Deutschland heraufzieht, ökonomisch wahnsinnig. «

Auszug aus seinen Tätigkeitsschwerpunkten: Bildungsplanung (regionale Schulentwicklungsplanung, Lehrerbedarfsplanung, Bildungsgesamtplanung) Bildungsfinanzierung und empirische Bildungsforschung. UNI Duisburg






Prof. Dr. Arnold Köpcke-Duttler » Im Sinne einer pädagogischen Deutung der Verfassung und einer Abkehr von einem Staatsmonopol im Bildungswesen ist eine pädagogische Grundlegung einer demokratischen Schulverfassung zu denken. Das Maß gibt hier das Kind in Verbindung, im schulischen Zusammenleben mit anderen Kindern. Eine nähere Ausprägung der Selbstverwaltung der Lehrenden und Lernenden (die Lernenden sind die Lehrenden und umgekehrt), der Selbstgestaltung der die Schule in Kooperation tragenden Menschen steht demnach noch dahin. Das sollte so nicht bleiben. Auszugehen ist bei dieser Reform von der Achtung der Person des Anderen. Kommunikation nach innen und Kooperation sollen von diesem Ethos gehalten sein, das zugleich die pädagogischen Beziehungen durchstimmt (Begegnung statt Belehrung, Eintreten für die Schwächeren, Wahrung und Förderung des Eigenseins jedes Kindes) und auch die Idee eines menschlichen Rechts bildet. «
(Demokratisierung der Schule?, in: Recht & Bildung, Heft 4/2005, S. 08)

» Wird die Menschenwürde der Menschen mit Beeinträchtigung geachtet und das Behindertsein als Teil menschlicher Vielfalt respektiert, so dürfen einer umfassenden Geltung des menschlichen Rechts die Einschränkungen der finanziellen, personellen Ressourcen und ungenügende Organisationsstrukturen nicht länger entgegengehalten werden. «
(Die Behindertenrechtskonvention und eine „Schule für alle“, in: Lernen konkret, Heft 2/2010, S. 5)

Prof. Dr. Arnold Köpcke-Duttler, Rechtsanwalt und Diplom-Pädagoge, 97340 Marktbreit Justitiar des Montessori-Landesverbands Bayern; Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Bildungsforschung und Bildungsrecht (Hannover; An-Institut der Ruhr-Universität Bochum)






Prof. em. Dr. Georg Lind

» Georg Lind Aktion gute Schule Manche Kinder lernen von alleine, die meisten benötigen aber eine gute Lernumgebung. Diese kann nur von gut ausgebildeten und sorgfältig ausgewählten Lehrern geschaffen werden. Gut ausgebildete Lehrer wissen, dass Kinder Zeit zum Denken brauchen und man sie nicht unablässig mit Ansprache vom Denken abgehalten darf. Es gibt ein Denk-Defizit-Syndrom (DDS) an unseren Schulen, weil zu viel Aufmerksamkeit verlangt wird.

Gut ausgebildete Lehrer kommen auch ohne Machtmittel (Noten, Sitzenbleiben) und Angstmache aus, die das Lernen behindern. Sie wissen, wie man autonomes Lernen allein oder in Kleingruppen fördert. Und sie wissen, wie sie mit Eltern kooperieren und Kinder gegen lernbehindernde Übergriffe von außen schützen.«

Prof. em. Dr. Georg Lind, UNI Konstanz






Prof. Hans-Martin Lübking, Evangelische Kirche in Westfalen » Darum gehört die Frage der Schulstruktur auf die Tagesordnung! Wenn das gegliederte Schulsystem nach dem Urteil der meisten Bildungsexperten zu sozialen Ungerechtigkeiten führt und den Anforderungen einer modernen Wissensgesellschaft nicht gerecht wird, dann muss es verändert werden. Wir brauchen mutige Reformen statt endloser Korrekturen am falschen System. «






Prof. Dr. Hans-Günter Rolff » Mit meinen Erfahrungen aus der langjährigen Betätigung im Experimentalausschuss des Deutschen Bildungsrates und als Gründer und Leiter des "Institut für Schulentwicklungsforschung" der TU Dortmund halte ich unsere Bildungslandschaft an vielen Punkten für reformbedürftig. Die Erkenntnisse aus moderner Forschung und internationalen Studienreisen müssen ebenso wie die vielen positiven Beispiele aus den europäischen Nachbarländern stärker berücksichtigt werden. «

Auszug aus seinen Tätigkeitsschwerpunkten: Sozialforscher, Autor: "Sozialisation und Auslese durch die Schule" und "Institutionelles Schulentwicklungs-Programm", Mitbegründer der Zeitschrift "Schulmanagement", Visiting-Professor an der Stanford-University, Gastprofessor in Wien, Graz, Klagenfurth und Zürich, Consultant Professor der Shanghai Normal University, Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft, IFS - Institut für Schulentwicklungsforschung, TU Dortmund






Prof. Dr. Manfred Spitzer » So wie unser Gehirn beschaffen ist, wird immer dann gelernt, wenn positive Erfahrungen gemacht werden. Dieser Mechanismus ist wesentlich für das Lernen der verschiedensten Dinge, wobei klar sein muss, dass für den Menschen die positive Erfahrung schlechthin in positiven Sozialkontakten besteht (…). Menschliches Lernen vollzieht sich immer schon in der Gemeinschaft, und gemeinschaftliche Aktivitäten bzw. gemeinschaftliches Handeln ist wahrscheinlich der bedeutsamste „Verstärker“.“ «

Quelle:
Prof. Dr. Manfred Spitzer, Gehirnforscher, in: Lernen. Gehirnforschung und die Schule des Lebens, 2006, S. 181






Univ.-Prof. Dr. phil. Christina Hansen

» Unsere Erstinskribientenzahl hat sich mehr als verdoppelt - das ist interessant weil in den anderen Standorten die Zahlen eher gleich bleiben. Und es ist gut, wenn man ein paar Gründe erfährt: Eine kleine Umfrage unter den Studierenden hat ergeben, dass rund 40% vom Angebot am Lehrstuhl gehört haben - sowas freut. Was ich damit sagen will: Die Studierenden sind hinter uns und es kann damit nur in die richtige Richtung gehen.«

Artikel aus der PNP (PassauerNeuePresse)

Regelmäßig lädt Frau Hansen im Rahmen ihrer Veranstaltung "Bildungskreit" ein und ihre Studenten präsentiern ihre Beobachtungen aus Aufenthalten in z. B. Wiener Grundschulen. Seit teilweise über 15 Jahren werden dort pädagogische Konzepte praktiziert, die wir uns für unserer Grundschulen wünschen.

Einige Argumente in Stichpunkten:
Frau Prof. Dr. Hansen ist die Lehrstuhlinhaberin für Grundschulpädagogik und Leiterin des Zentrums für Praxis-Forschung an der UNI in Passau. Lesen Sie auch was sie uns für unsere Arbeit geschrieben hat.

Lesen Sie auch was sie uns für unsere Arbeit geschrieben hat.






Dr. Brigitte Schumann » Die UN-Konvention formuliert nach ihrem eigenen Selbstverständnis keine Sonderrechte für Menschen mit Behinderungen, sondern fordert die Anerkennung und Realisierung der allgemeinen Menschenrechte auch für die Gruppe der Behinderten. Das Recht auf gemeinsames Lernen ist also ein allgemeines Menschenrecht. Es darf Kindern ohne Behinderungen nicht vorenthalten werden. Es gilt für alle, unabhängig von Elternhaus und Einkommen, von sozialer, kultureller und ethnischer Herkunft sowie unterschiedlichen Fähigkeiten.

Inklusiv können Schulen nur dann sein, wenn nicht nur die Barrieren fallen, die Kinder mit Behinderungen von Kindern ohne Behinderungen trennen. Auch die Barrieren innerhalb des allgemeinen Schulsystems müssen als solche identifiziert und überwunden werden. Aus der Verteilung von Schülerinnen und Schülern auf ungleichwertige Bildungsgänge unterschiedlicher Schulformen resultieren soziale Segregation und verschärfte soziale Ungleichheit. Inklusion ist an die Struktur und die Lernkultur einer SCHULE FÜR ALLE gebunden. Präventive Frühförderung für die am stärksten gefährdeten, benachteiligten und behinderten Kinder ist dabei unabdingbar.

Internationale Erfahrungen und die empirische Bildungsforschung belegen die Vorzüge des gemeinsamen Lernens für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung des Menschen. „Learning to live with each other” hat die UNESCO 1999 zum wichtigsten Lernziel des 21. Jahrhunderts erklärt. Unseren Kindern dürfen diese Lerngelegenheiten nicht länger verweigert werden. Vielfalt und Unterschiedlichkeit im gemeinsamen und individualisierten Lernen ist lernförderlich für alle und ermöglicht individuelle Lernerfolge auf hohem Niveau.

In keinem Bundesland hat bisher eine Landesregierung die Zielsetzung eines inklusiven Schulsystems ins Auge gefasst. Nach Hamburg sei es nicht möglich, eine SCHULE FÜR ALLE durchzusetzen, sagen selbst manche Befürworter dieses Modells. Als Kompromiss wird die Zweigliedrigkeit mit dem Gymnasium und einer zweiten Schulform, die alle anderen bestehenden Schulformen zusammenfasst, bevorzugt. Wer damit seinen Schulfrieden machen will, opfert das universale Menschenrecht auf inklusive Bildung und etabliert das Recht auf Gymnasium als deutsches Sonderrecht.

Die Zweigliedrigkeit ist nichts anderes als klassische Klientelpolitik.
Die Politik bedient damit das Interesse von Menschen aus der Mittel- und Oberschicht am Erhalt des Gymnasiums. Damit sollen Bildungsprivilegien weiterhin garantiert und der erwünschte Abstand zu den Kindern der Unterschicht und des Prekariats soll eingehalten werden. «

Dr. Brigitte Schumann war 16 Jahre Lehrerin an einem Gymnasium, zehn Jahre Bildungspolitikerin und Mitglied des Landtags von NRW. Der Titel ihrer Dissertation lautete: "Ich schäme mich ja so!" - Die Sonderschule für Lernbehinderte als "Schonraumfalle" (Bad Heilbrunn 2007). Derzeit ist Brigitte Schumann als Bildungsjournalistin tätig.






Prof. Dr. Rita Süssmuth » Wir haben erheblichen Nachholbedarf in der Bildungsförderung und in der Bildungsleistung, beim Abbau der Bildungsbenachteiligung und des erdrückenden Zusammenhangs zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen. Es wird intensiv gestritten über die empirischen Befunde und die notwendigen (pädagogischen) Maßnahmen zur Überwindung der nicht zu leugnenden Schwächen «

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Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann » Gerade die PISA-Forschung zeigt, dass in unserem Schulsystem viel zu viel Scheitern und Misserfolg produziert wird. Um das zu ändern, müssen wir die Schulstrukturen reformieren und die Lernprozesse neu gestalten. Unser Aufruf zeigt dazu den Weg «

Auszug aus seinen Tätigkeitsschwerpunkten: Empirische Schul- und Sozialisationsforschung, Schul- und Unterrichtstheorie, Reformentwicklung im Sekundarschulwesen. UNI Bielefeld






Prof. Dr. Renate Valtin » Es ist ein Skandal, dass - wie IGLU und auch die neuere Schulleistungsstudie des IQB zeigen - nur eine Minderheit der Kinder, die gravierende Leseprobleme aufweisen bzw. die Mindeststandards nicht erreichen, in unserem Schulsystem eine besondere Förderung erfahren. Während beispielsweise in Finnland oder anderen skandinavischen Ländern die Klassenlehrer Unterstützung erhalten doch besondere Fachleute (Leselehrer, Beratungslehrer, Sonderpädagogen, Schulpsychologen), ist dies in Deutschland so gut wie unbekannt.

Wir brauchen dringend eine "Förderkultur": Schüler und Schülerinnen mit schwachen Leistungen dürfen nicht zurückgelassen werden! «

Auszug aus ihren Tätigkeitsschwerpunkten: Empirische Schul- und Sozialisationsforschung, Legasthenie und Schriftspracherwerb, Reformentwicklung in der Grundschule, Mitglied des deutschen Konsortiums der Internationalen Grundschul- Lese-Untersuchung (IGLU), Chairperson/member der PISA / PIRLS Task Force der International Reading Association, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben, Mitglied der High Level Group on Literacy, einberufen durch die EU-Kommission, besondere Auszeichnungen: Reading Hall of Fame, Citation of Merit Award der International Reading Association






Prof. Dr. Ludger Wößmann » Ich unterstütze ein längeres gemeinsames Lernen, weil die international vergleichende Forschung uns zeigt, dass der Bildungserfolg dadurch ein Stück weit vom familiären Hintergrund entkoppelt wird - ohne dass das allgemeine Leistungsniveau darunter leiden würde! Die Fakten belegen, dass wir aufgrund der frühen Aufteilung viel menschliches Vermögen vergeuden - das ist sowohl für die wirtschaftliche Entwicklung als auch für die gesellschaftliche Gerechtigkeit verwerflich. «

Auszug aus seinen Tätigkeitsschwerpunkten: Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insb. Bildungsökonomik Ludwig-Maximilians-Universität München